Folgend eine Stellungnahme von Pit, ASC-Veranstalter,
im 1:1(Copy/Paste) Format, erhalten 19.01.03:
Der Frage zuvorkommend warum ich jetzt erst zu dem ganzen Thema Stellung nehme, hier ist die Antwort:
Hätte ich zu jedem Beitrag meinen Kommentar abgegeben, wäre die Debatte wahrscheinlich noch mehr ausgeufert als ohnehin schon geschehen.
Nach aufmerksamem Studium aller Einträge hier fällt mir zunächst ein altes deutsches Sprichwort ein: Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg nur einen. So wurde ich also nun indirekt zum Vater erklärt ....
Nun ernsthaft zum Sache:
Diskussionen über Jurybewertungen gibt es schon seit der Erfindung von Wettbewerben. Aber so wie diese wurde wohl noch keine geführt.
Einen solchen Lokalpatriotismus habe ich jedenfalls noch nie erlebt.
1.Allgemein.
Das Niveau des (je nach Zählart 5. bzw. 7.) ASC war so hoch wie bisher selten zuvor. Da ich bis auf zwei Damen (Cotton eye Joe / Eckacker) alle singenden Personen persönlich kenne, kann ich mir ein gewisses Urteil erlauben. Es war in der tat so, dass nur die Wenigsten ihren so gesungen haben wie gewöhnlich oder gar schlechter. Die Meisten waren besser als man es von ihnen sonst gewohnt ist. Dieses ist vielleicht mit ein Grund warum die Ergebnisse so knapp beieinander lagen wie noch nie.
2. Die Jury.
Wie in der Vergangenheit gewohnt sollten es auch diesmal wieder vier Jury-Mitglieder sein. Da allerdings 3 (!) Stunden vor Beginn des Wettbewerbs zwei Personen wegen des Wetters (sie wären aus Lorsch am Rhein gekommen) absagten, musste ich kurzfristig einen Ersatzmann dazu bitten. Ein weiterer war in der Kürze der Zeit leider nicht zu finden. Diese drei Herren haben dann in fünf Kriterien (die ich auch in der Einladung bekannt gegeben habe) zwischen 1 und 10 Punkte vergeben. Es ging hier also nicht nach Geschmack oder Sympathien!
Hier noch einmal die Jury-Kriterien:
-GESANG Kann er/sie den Ton halten? Wie wird betont? Mit Ausdruck
oder wird nur heruntergleiert ?
-TEXTSICHERHEIT Wird der Text richtig abgelesen? Sollte der
Karaoke-Text nicht ganz mit dem Original übereinstimmen, wird dieser
dann einigermaßen richtig wiedergegeben?
-INTERPRETATION Wie wird der Gesang interpretiert? d.h.: Wird der Original-Sänger imitiert oder sich selbst eingebracht?
-SCHWIERIGKEITSGRAD Wie verhält sich die Darbietung im Bezug auf die Schwierigkeit des Songs?
-BÜHNENPRÄSENZ Bei schnellen Songs sollte auf Bewegung (eventuell Tanzschritte usw.) geachtet werden. Bei langsamen Songs u.a. auf Mimik und Körpersprache.
Wenn das Publikum einen Song also jetzt lediglich auf sich einwirken ließ und den Gesamteindruck wahrnahm (mit jeweils mehr oder weniger Sympathien für ein Team) hat die Jury in quasi in seine musikalischen Bestandteile zerlegt.
3. Die Regeln
Wenn (wie mehrfach geschehen) von ständigen Regeländerungen die Rede ist, kann ich dass so nicht nachvollziehen. Im Verlauf der 5 Wettbewerbe (unter meiner Leitung) habe ich lediglich entscheidende 3 Regeln geändert. Dieses geschah auch aus ganz bestimmten Gründen:
a) Bei den Jury-Kriterien (siehe Punkt 2) habe ich bereits für den 3. Wettbewerb
den Punkt Publikumswirksamkeit gestrichen.
Begründung: Die Jury wurde durch das Team mit dem größten Potential subjektiv
beeinflusst. Im Endeffekt hätte es au z.B. Singesong- oder Musicbox-Wirksamkeit
heißen können.
Der Punkt wurde durch die oben erwähnte wohl auch sinnvollere Interpretation
ersetzt.
b) Die Diskussion Profi oder Nicht-Profi war eigentlich schon längst beendet, so
dachte ich bisher eigentlich.
Noch mal zur Erklärung:
Beim vorletzten Wettbewerb habe ich den (von vielen Leuten für gut befundenen)
Versuch gestartet, Personen die innerhalb der letzten 12 Monate aktiv in einer
Band gesungen haben nicht mehr zuzulassen.
Nach diversen Unstimmigkeiten bei dieser Veranstaltung war mir klar das dieses
so nicht funktioniert. Es gab also nur die Möglichkeiten entweder alle (Musical-
Sänger, Travestie-Künstler usw.) mit einzubeziehen, oder diese Regel wieder
rückgängig zu machen. Im Sinne von Karaoke habe ich mich für letzteres
entschieden. Voraussetzung sollte lediglich sein, Karaoke als regelmäßiges Hobby
zu haben.
Ausgenommen sollten nur noch Personen sein, die zu mehr als 50 % ihren
Lebensunterhalt durch Musik finanzieren.
(Das Beispiel mit Xavier Naidoo war vielleicht ein bisschen drastisch, sollte ja aber
nur ein Beispiel sein!)
c) Das nur Songs aus meinem Programm bzw. das des Gastgeberlokals (Im Falle
des Royal identisch) gesungen werden sollen hat eine ganz einfache Bedeutung.
Schon öfters ist es vorgekommen das jemand von einem anderen Team einen
beim Wettbewerb gehörten bei einer darauf folgenden Veranstaltung singen
wollte. Der unsinnigen Diskussion warum ich diesen Titel dann nicht habe wollte
ich aus dem Wege gehen.
In meiner Einladung habe ich allerdings eine Möglichkeit angedeutet wie alle
zufrieden zu stellen sind:
Bei rechtzeitiger Anmeldung der Songs habe ich die Gelegenheit den mir
fehlenden durch Kauf der entsprechenden CD (in 3 Fällen auch so geschehen)
in mein Programm aufzunehmen. Eine etwaige andere Version kann dann gerne
mitgebracht werden.
4. Teamanzahl
Die Kritiken an der Anzahl und das drei Lokale jeweils zwei Teams stellten sind (nur) zum Teil berechtigt. Sicher, 11 Teams waren in der Tat ein wenig viel. In meiner Planung vorgesehen waren ursprünglich nur 8 10. Diese Marke wird zukünftig auch nicht mehr überschritten.
Die Tatsache mit den je zwei Teams von drei Lokalen hat individuelle und daher berechtigte Gründe die ich zu einem anderen Zeitpunkt einmal erläutern werde.
5. Siegerehrung und Nennung
Die Anregung bei der Einzelwertung auch die 2. und 3.-platzierten zu nennen sieht auf den ersten Blick gut aus. Sie hat aber auch (oder sogar überwiegend) Nachteile.
Hierbei kann doch ein schneller Rechner zumindest ungefähr abschätzen welches Team in der Team-Wertung vorne liegt. Die Spannung wäre also mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr da.
Da es sich beim ASC aber um einen Team-Wettbewerb handelt, sollte denn auch die Team-Siegerehrung das Wichtigste und im Vordergrund sein.
Die Einzelwertung ist lediglich eine schöne Begleiterscheinung.
Zur Erinnerung: Bei den zwei Ur-Wettbwerben wurden die Einzelergebnisse überhaupt nicht genannt.
6. Jury-Reform
Die Diskussionen wie man eine Jury-Entscheidung anders gestalten könnte habe ich interessiert verfolgt. Mich schon sehr lange mit Wettbewerben befassend und veranstaltend habe ich einige Ideen selbst schon einmal durchdacht.
Den Gedanken an das Grand-Prix-Systems habe ich auch schon mal erwogen und wieder verworfen.
Dieses würde nur funktionieren wenn sich die Teilnehmer der jeweiligen Lokale nicht kennen. Andernfalls gäbe es eventuell ein gegenseitiges Taktieren.
Beispiel: Ein Team das sich selbst Siegchancen ausrechnet gibt dem direkten Konkurrenten (der ihm ja bekannt ist) möglichst nicht die Höchstpunktzahl. Diese bekommt von ihm ein Außenseiterteam. Wenn andere es dann ähnlich machen gewinnt am Ende dann ein Team das selbst nicht damit gerechnet hat....
Dies war nur ein Beispiel....
7. Extreme Vorwürfe
Zum Schluss muss ich noch eine ganz extreme Unterstellung eingehen!
Es wurde der Verdacht erhoben, Singesong hätte nicht viel gewinnen dürfen damit kein neuer Pokal angeschafft werden muss!
Da dieses schon einem Manipulationsvorwurf gleichkommt muss ich dem energisch entgegen treten.
a) Mir war es egal, mir ist es egal und mir wird es immer egal bleiben welches Lokal
gewinnt! Ich freue mich für jedes!
b) Wenn denn nun ein Lokal zum 3. Mal diesen Pokal gewinnt und darf ihn dann
behalten kaufe ich eben einen neuen!
c) Was hätten eben diese Jury-Mitglieder davon gehabt?
Zur Erklärung:
- Einer der Herren war vor ca. 8 (!) Jahren zweimal im Singesong und noch nie in
einem der anderen Lokale!
- Der Zweite war nur einmal (im vergangenen Jahr) für ca. 4 Stunden im
Singesong und kennt ebenfalls keines der anderen!
- Der Dritte war zuvor überhaupt noch in keinem der Lokale!
FAZIT
Beim ASC handelt(e) es sich um einen Karaoke-Team-Wettbewerb. Er ist dafür gedacht Spaß zu haben, einem bis dahin unbekannte Sänger zu hören und eventuell neue Kontakte zu knüpfen. Er ist keine Meisterschaft bei der es um Geldpreise oder um Auf/Abstieg geht! Es geht lediglich um einen Blechtopf (um es überspitzt auszudrücken) der jedes halbe Jahr seinen Besitzer wechselt (oder auch mal nicht).
Ich hoffe nur das der Spaß an der Sache wieder zurück kommt!
Gruß Pit